Computermuseum der Fakultät Informatik english français

MUPID / Grundig ptc100

Bild: Gesamtansicht

Hersteller: Grundig Typ: Mupid II / ptc100 Baujahr: 1983 Technik: µP Zilog Z80 Preis: ca. DM 1.200,-

Übersicht

Der Mupid wurde als intelligentes BTX-Terminal und Heimcomputer von der Technischen Universität Graz entwickelt. In Deutschland wurde der Mupid (in der Version 2) von der Firma Grundig gebaut und heißt ptc-100. Als Peripherie ist für dieses Gerät eine externe Doppelfloppystation des Typs fl100 vorhanden.

Das Grundgerät

Anschlüsse auf der Rückseite Anschlüsse auf der Rückseite Die Anschlüsse von links nach rechts sind: Scart RGB, Analog 1, Analog 2, Serial 1, Serial 2 (Band), Disk, D-BT03, Modem Über die Vielfalt der Anschlüsse kann man sich eigentlich nur wundern, denn außer beim Scart und Modem-Anschluß weiß ich nicht, wofür die anderen Anschlüsse gut sein sollen. Ich vermute stark, daß sich hier der Heimcomputer- Charakter des Gerätes zeigt, A1 und A2 sind womöglich für analoge Paddles oder Joysticks gedacht, Serial 2 für ein Kassettenlaufwerk und Disk für irgendetwas anderes, nur nicht für die Floppystation, denn die wird an den Modem-Anschluß angeschlossen. Nachtrag Im Netz gibt es das Inhaltsverzeichnis der derzeit verschollenen Mupid-Fibel, das ein paar Hinweise zu den Anschlüssen gibt: - Analog 1 und 2 sind, wie richtig vermutet, Paddle-Anschlüsse. - Serial 2 ist für einen Kassettenrekorder - Disk ist für ein serielles Diskettenlaufwerk, Kapitel 3.12.1 könnte darauf hinweisen, daß daran eine Commodore IEC-Floppy (z.B. 1541) angeschlossen werden kann.

Innenseite der Tastatur

Hauptplatine

Überblick

Netzteil

FSK-Modem, Tastaturcontroller

Der FSK-Modem ist mit dem Exar-Paar XR2206 und XR2211 aufgebaut und führt zum Bandanschluß. Der Tastaturcontroller besteht aus einem i8035 mit zugehörigem EPROM (2716). Man sieht außerdem den A/D-Wandlerbaustein M58990P (Vergleichstype ADC0808).

Linke Hälfte mit CPU, SIO und Hauptspeicher

Man erkennt rechts oben die Z80-CPU von Sharp und darunter den Z80-SIO. Links davon befinden sich die zwei EPROMS U39 und U40 mit der Firmware. Ganz links sind die zwei Speicherbänke à 64kB zu finden, aufgebaut aus jeweils 8 mal 4164.

Rechte Hälfte mit Taktgenerator und Videocontroller

Der Videocontroller ist völlig diskret aufgebaut. Mangels Schaltplan des Rechners kann ich leider nichts über die genauen Eigenschaften berichten.

Die Floppystation

Die Floppystation ist für sich genommen ein eigenständiger Kleinrechner mit integrierter Peripherie. Die CPU ist ein Z80 getaktet mit 4MHz, mit einem Arbeitsspeicher von insgesamt 64kB plus EPROM mit der Urladefirmware. Ferner sind ein Floppycontroller zur Ansteuerung der zwei Laufwerke und zwei UARTs für V.24-Schnittstellen vorhanden. Die Floppystation steht entweder als BTX-Station dem Grundgerät zur Verfügung und verwaltet selbst erstellte BTX-Seiten auf Disketten, oder sie läßt sich als CP/M-Rechner einsetzen, wobei es dann völlig egal ist, was als Terminal benutzt wird. Als Diskettenlaufwerke kommen zwei TEAC FD55-GR (96 tpi Double-Density) mit Head-Load Magneten zum Einsatz.

Aufzeichnungsformat der Disketten

Single-Sided FM 125kBit/s 300UpM, 80 Spuren (96 tpi) 256 Bytes/Sektor, 10 Sektoren pro Spur, Sektornummern 0 bis 9 Die Disketten werden zweiseitig beschrieben, die zwei Seiten einer Diskette werden zwei Laufwerksbuchstaben zugewiesen. Die Kopfnummer im ID-Feld eines Sektors ist stets 0. Ich habe für 22disk passende Konfigurationen erstellt, mit dem sich CP/M-Disketten für die Floppystation lesen und schreiben lassen. Wichtig! Der FDC im Rechner muß FM bei 125 kBit/s beherrschen und braucht ein 80-Spur 5,25"-Laufwerk bei 300UpM. Normale Single-Speed 5,25"-HD-Laufwerke mit 360UpM bräuchten eine Datenrate von 150 kBit/s, welche aber bei vielen FM-fähigen FDCs nicht richtig funktioniert. Daher habe ich ein HD-Laufwerk fest auf 300UpM gejumpert. Alternativ böte sich die Dual-Speed-Fähigkeit dieser Laufwerke an, jedoch haben nur wenige Controller-Boards eine direkte Unterstützung für solche Laufwerke (z.B. Adaptec ACB-2322B).

22disk Definitionen

BEGIN MUP1  Mupid Seite 1 - SSSD 96 tpi 5.25"
DENSITY FM ,LOW
CYLINDERS 80
SIDES 1
SECTORS 10,256
SIDE1 0 0,2,4,6,8,1,3,5,7,9
BSH 4 BLM 15 EXM 1 DSM 96 DRM 127 AL0 0C0H AL1 0 OFS 3
END

BEGIN MUP2  Mupid Seite 2 - SSSD 96 tpi 5.25"
DENSITY FM ,LOW
CYLINDERS 80
SIDES 2
SECTORS 10,256
SIDE2 0 0,2,4,6,8,1,3,5,7,9
SIDE1 0 0,2,4,6,8,1,3,5,7,9
ORDER CYLINDERS
BSH 4 BLM 15 EXM 1 DSM 96 DRM 127 AL0 0C0H AL1 0 OFS 3
END

Gesamtansicht

Mit dem Schalter vorne links läßt sich die Geschwindigkeit an der seriellen Schnittstelle auf 4800 oder 19200 Baud umschalten. In Verbindung mit dem Modemanschluß des Mupids funktionieren leider nur 4800 Baud. Bei 19200 Baud macht hingegen die Arbeit unter CP/M mit einem vernünftigen ASCII-Terminal richtig Spaß.

CPU-Platine

Man erkennt hierauf links oben die Z80-CPU, rechts oben die zwei Quarze mit 4,9152 MHz und 4,00 MHz (für V.24 und CPU-Takt), die 8 Speicherbausteine des Typs 4164, das EPROM, die zwei UARTs des Typs i8251 und den FDC des Typs i8271.

FDC und UARTs

Der i8271 ist der befehls-, aber nicht pinkompatible Verwandte des i8272 (auch bekannt als µPD765), der nur FM als Aufzeichnungsformat beherrscht. Die UARTs sind keine Zilog-Typen (Z80-SIO oder Z80-DART) sondern von i8251 von Intel (der kleine Bruder des i8250). Interessant ist die Tatsache, daß zwei V.24-Schnittstellen komplett beschaltet sind, jedoch nur eine nach außen geführt wird. Die zweite entspricht unter CP/M der AUX-Schnittstelle.

Innenansichten

links

rechts

oben

Unterlagen und Software zur Homepage des Computermuseums