Computermuseum der Fakultät Informatik english français

PDP-8 on a chip

Bild: SBC6120

Eigentlich hatte DEC geplant, eine eigene Single-Chip-Version des PDP-8, den PDP-8/b zu entwickeln. Als die Firma Intersil dann im Jahr 1975 mit dem IM6100 herauskam, wurde die Entwicklung gestoppt und DEC setzte den IM6100 in seinem VT-78 ein. Viele dieser alten Mikropozessoren hatten allerdings ein Manko: Sie besassen keinen Stackmechanismus. Das rührte aus der Zeit der Magnet- kernspeicher her, in der es die Unterscheidung zwischen RWS (Read-Write Storage) und ROS (Read Only Storage) nicht gab. Das heute falsch verwen- dete Begriff RAM (Random Access Memory) bezeichnet die Magnetkernspeicher. Bei Computer mit RAM wird die Returnadresse bei einem Unterprogrammauf- ruf in das erste Wort des Unterprogramms geschrieben und dann das zweite Wort als erster Befehl verwendet. Die Rückkehr aus dem UP erfolgt nicht mit einem eigenen Befehl "RTS", sondern durch einen indirekten Sprung auf das erste Wort des UP. Dieser Mechanismus funktioniert nicht mehr, bei einem Programm, das im ROS oder ROM gespeichert ist. Mikroprozessoren, die "überleben" wollten, mussten zwingend einen Stack im RWS (RAM) haben. Ein weiteres Defizit des IM6100 war, dass er nur die nackte Basis-CPU des PDP-8 für 4K Speicher intgrierte. Um die MMU zu realisieren war zur damaligen Zeit ein beträchtlicher Hardwareaufwand nötig. Die MMU des VT-78 z. B. war praktisch genauso aufwendig, wie die des PDP-8/e.

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