Computermuseum der Fakultät Informatik englisch
lab8/e in der Übersicht
Der lab8/e in der Übersicht <<< *** >>> ^^^
Der Nachfolger des PDP-8/I bzw. PDP-8/L war der PDP-8/E. Er ist immer
noch in TTL-Technik und mit Kernspeicher ausgerüstet. Das Gehäuse der
CPU hat die gleichen Abmessungen wie der PDP-8/L. Auch dieser Computer
war als reine Tabletop-Maschine lieferbar. Durch den Fortschritt der
Halbleitertechnik paßt in dieses Gehäuse aber eine Vielzahl von Erwei-
terungen (Peripherie-Controller, Hauptspeichervollausbau, Erweitertes
Arithmetik Element), die beim PDP-8/I in gesonderten Einschüben unter-
gebracht werden mußten. Der PDP-8/E war zwischen 1971 und 1985 am
Institut für Plasmaphysik im Einsatz, und wurde im Lauf der Zeit immer
mehr erweitert. So war er nicht von Anbeginn an mit 32K Hauptspeicher
ausgerüstet, sondern wurde Jahr für Jahr in 4K-Schritten aufgerüstet.
4K Hauptspeicher kosteten immerhin etwa 10.000 DM.
Peripheriegeräte des PDP-8/E sind: Ein Bandlaufwerk TU56, eine Wechsel-
platte RK05 mit 2 * 1,2 MWorten Kapazität, eine Plessey Wechselplatte,
ein Hochgeschwindigkeitslochstreifenleser, drei serielle Schnittstel-
len, an denen eine Teletype und ein weiteres Terminal angeschlossen
sind, ein Votrax Speechsynthesizer, sowie ein Interface zur Darstellung
graphischer Informationen auf einem normalen Oszilloskop. Genau genom-
men handelt es sich um einen LAB8/E, eine spezielle Ausführung des
normalen PDP-8/E, der für die Anwendung in wissenschaftlichen Labors
vorkonfiguriert war: Die Maschine enthält D/A- und A/D-Wandler zur Meß-
werterfassung, sowie verschiedene digitale Ein-/Ausgänge, um Schalter-
stellungen und Grenzwertgeber automatisch abzufragen und um Relais,
Ventile und Motoren steuern zu können. Die Hauptanwendung dieser
Rechner war schließlich die Prozeßsteuerung.
Diese Computer wurden jedoch nicht als fertiges System geliefert,
sondern konnten nach dem Baukastenprinzip fast beliebig ausgebaut und
erweitert werden: Man startete vielleicht mit der CPU auf dem Tisch
mit 4K Hauptspeicher und einer Teletype. Dann wurde ein 19"-Schrank
beschafft und ein DEC-Tape-Laufwerk dazugebaut. Speicher konnte in
4K-Schritten gekauft werden.
Auch hier war es durch die gute technische Dokumentation möglich, das
System mit selbstgebauten Hardwareerweiterung an die eigenen Bedürf-
nisse anzupassen. Auch das Betriebssystem OS/8 war so gut durchdacht,
daß für neu hinzukommende Geräte vom Benutzer selber Treiber geschrie-
ben werden können, so daß sie sich nahtlos in das Gesamtsystem einfügen.
Betriebssysteme
Für den PDP-8 gab es eine ganze Reihe davon. Ursprünglich wurden die
Computer im reinen Batchbetrieb benutzt: Ein Programm wird vom Loch-
streifen geladen und ausgeführt. Danach bleibt der Rechner stehen. Mit
der weiteren Verbreitung der DEC-Tapes und der Platten war es dann
möglich, richtige Betriebssysteme zu schaffen. Das vermutlich verbrei-
tetste ist PS/8, bzw. dessen Nachfolger OS/8. Es benötigt minimal 8K
Hauptspeicher, sein residenter Teil, d. h. der dauernd von ihm belegte
Platz im Hauptspeicher sind nur 256 Worte.
Von der Bedienung ist es an das Großrechnerbetriebssystem des PDP-10
angelehnt, viele Dienstprogramme, z. B. TECO (ein Texteditor), RUNOFF
(ein Textformatierungsprogramm), PIP (ein Peripherie-Bedienprogramm)
existierten für beide DEC-Plattformen und wurden dann später auf andere
portiert.
Wer OS/8 kennt, der findet sich auch leicht auf einem PDP-11 mit RT/11
zurecht.
OS/8 und Tops10, das Betriebssystem der DEC-Großrechner PDP-10 inspi-
rierten auch andere Betriebssysteme, wie z. B. CP/M und MSDOS.
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