Die CPU Teletypte ASR 33 Tektronix 555 CPU DEC-Tape TU56 RK05-Drive
Computermuseum der Fakultät Informatik				englisch


lab8/e in der Übersicht

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Der Nachfolger des PDP-8/I bzw. PDP-8/L war der PDP-8/E. Er ist immer 
noch in TTL-Technik und mit Kernspeicher ausgerüstet. Das Gehäuse der 
CPU hat die gleichen Abmessungen wie der PDP-8/L. Auch dieser Computer 
war als reine Tabletop-Maschine lieferbar. Durch den Fortschritt der 
Halbleitertechnik paßt in dieses Gehäuse aber eine Vielzahl von Erwei-
terungen (Peripherie-Controller, Hauptspeichervollausbau, Erweitertes 
Arithmetik Element), die beim PDP-8/I in gesonderten Einschüben unter-
gebracht werden mußten. Der PDP-8/E war zwischen 1971 und 1985 am 
Institut für Plasmaphysik im Einsatz, und wurde im Lauf der Zeit immer 
mehr erweitert. So war er nicht von Anbeginn an mit 32K Hauptspeicher 
ausgerüstet, sondern wurde Jahr für Jahr in 4K-Schritten aufgerüstet. 
4K Hauptspeicher kosteten immerhin etwa 10.000 DM. 
Peripheriegeräte des PDP-8/E sind: Ein Bandlaufwerk TU56, eine Wechsel-
platte RK05 mit 2 * 1,2 MWorten Kapazität, eine Plessey Wechselplatte, 
ein Hochgeschwindigkeitslochstreifenleser, drei serielle Schnittstel-
len, an denen eine Teletype und ein weiteres Terminal angeschlossen 
sind, ein Votrax Speechsynthesizer, sowie ein Interface zur Darstellung 
graphischer Informationen auf einem normalen Oszilloskop. Genau genom-
men handelt es sich um einen LAB8/E, eine spezielle Ausführung des 
normalen PDP-8/E, der für die Anwendung in wissenschaftlichen Labors 
vorkonfiguriert war: Die Maschine enthält D/A- und A/D-Wandler zur Meß-
werterfassung, sowie verschiedene digitale Ein-/Ausgänge, um Schalter-
stellungen und Grenzwertgeber automatisch abzufragen und um Relais, 
Ventile und Motoren steuern zu können. Die Hauptanwendung dieser 
Rechner war schließlich die Prozeßsteuerung.
Diese Computer wurden jedoch nicht als fertiges System geliefert, 
sondern konnten nach dem Baukastenprinzip fast beliebig ausgebaut und 
erweitert werden: Man startete vielleicht mit der CPU auf dem Tisch 
mit 4K Hauptspeicher und einer Teletype. Dann wurde ein 19"-Schrank 
beschafft und ein DEC-Tape-Laufwerk dazugebaut. Speicher konnte in 
4K-Schritten gekauft werden.
Auch hier war es durch die gute technische Dokumentation möglich, das 
System mit selbstgebauten Hardwareerweiterung an die eigenen Bedürf-
nisse anzupassen. Auch das Betriebssystem OS/8 war so gut durchdacht, 
daß für neu hinzukommende Geräte vom Benutzer selber Treiber geschrie-
ben werden können, so daß sie sich nahtlos in das Gesamtsystem einfügen.


Betriebssysteme
Für den PDP-8 gab es eine ganze Reihe davon. Ursprünglich wurden die 
Computer im reinen Batchbetrieb benutzt: Ein Programm wird vom Loch-
streifen geladen und ausgeführt. Danach bleibt der Rechner stehen. Mit 
der weiteren Verbreitung der DEC-Tapes und der Platten war es dann 
möglich, richtige Betriebssysteme zu schaffen. Das vermutlich verbrei-
tetste ist PS/8, bzw. dessen Nachfolger OS/8. Es benötigt minimal 8K 
Hauptspeicher, sein residenter Teil, d. h. der dauernd von ihm belegte 
Platz im Hauptspeicher sind nur 256 Worte.
Von der Bedienung ist es an das Großrechnerbetriebssystem des PDP-10 
angelehnt, viele Dienstprogramme, z. B. TECO (ein Texteditor), RUNOFF 
(ein Textformatierungsprogramm), PIP (ein Peripherie-Bedienprogramm) 
existierten für beide DEC-Plattformen und wurden dann später auf andere 
portiert.
Wer OS/8 kennt, der findet sich auch leicht auf einem PDP-11 mit RT/11 
zurecht.
OS/8 und Tops10, das Betriebssystem der DEC-Großrechner PDP-10 inspi-
rierten auch andere Betriebssysteme, wie z. B. CP/M und MSDOS.


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